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Sonntag, 7. September 2014

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet

Eine Leserin schrieb:
Ich habe vor knapp einem Jahr mit dem Rauchen aufgehört. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es allerdings noch ziemlich viele Raucher. Ich versuche ihnen immer wieder zu erklären wie gut es tut nicht mehr zu Rauchen. Ich habe nun einen besseren Geschmacksinn, spare viel Geld, lebe gesünder und stinke nicht mehr nach Rauch. Wie kann ich meine Freunde nur überzeugen auch aufzuhören? Es wäre doch gut für sie.

Antwort:
Liebe Leserin, auch wenn Sie es gut meinen, jeder geht seinen eigenen Weg zu seiner eigenen Zeit. Sie wussten vermutlich auch schon bevor sie mit dem Rauchen aufgehört haben, dass das Rauchen ungesund ist und viel Geld kostet. Trotzdem haben Sie in all den Jahren geraucht. Diese Erfahrung könnte ihnen helfen Verständnis für ihre rauchenden Freunde zu haben. Außerdem vermute ich, dass es etwas in ihrem Leben gibt, das ebenfalls verbesserungsfähig wäre. Vielleicht könnten Sie weniger Süßigkeiten essen, sich mehr bewegen oder mehr entspannen. Warum ändern Sie das nicht? Vermutlich aus ähnlichen Gründen warum ihre Freunde nicht aufhören zu rauchen. Es gibt oft psychische Ursachen. Aber was auch immer die Ursachen sind, es gehört von den meisten von uns zum Leben auch Dinge zu tun, die unvernünftig sind. Wenn wir nicht bereit sind für eine Veränderung, dann hilft auch keine Kritik. Der Wunsch nach Veränderung muss in uns selbst entstehen. Typischerweise sind es unangenehme Erlebnisse, die uns veranlassen einen tiefen Wunsch nach einem Wechsel zu entwickeln. Beispielsweise der Geldmangel durch den das Bedürfnis nach mehr Geld zur Erfüllung eines Wunsches entsteht. Oder eine durch das Rauchen bedingte Krankheit, die den Wunsch nach Gesundheit impliziert. Oder die Sucht, die uns zwingt in der Kälte oder im Regen zu stehen wodurch der Wunsch nach Freiheit entsteht. Dies können sie nicht bei anderen forcieren, nur bei sich selbst.

Montag, 28. Juli 2014

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet

Eine Leserin schrieb:
Seit einigen Monaten bemerke ich, dass ich neidisch bin. Anfangs wollte ich es mir nicht eingestehen. Aber da es immer öfter vorkommt, kann ich es nicht mehr übersehen. Ich finde es peinlich und würde es meinen Freundinnen gegenüber nie zugeben. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und in all den Jahren war ich nie neidisch. Was kann ich tun damit dieses Gefühl wieder verschwindet?

Antwort:

Liebe Leserin, natürlich kann ich verstehen, dass sie das Gefühl neidisch zu sein nicht mögen und es gerne loswerden wollen. Aber nach meiner Erfahrung wird es nicht verschwinden indem sie es wegmachen wollen. Der Weg geht über die Annahme. Mit Annahme meine ich nicht, dass sie es mögen müssen, sondern annehmen, dass es ist wie es ist. Nicht zu verwechseln mit der resignativen Haltung „ich akzeptiere es, da ich es ja sowieso nicht ändern kann“. Den Unterschied merken sie daran, wie es ihnen geht. Wenn sie es schaffen den Neid anzunehmen, fühlen sie sich kraftvoll – bei der resignativen Haltung fühlen sie sich schwach. Es gibt mehrere Möglichkeiten in die Annahme zu kommen. Welche bei ihnen zum Thema Neid hilft gilt es herauszubekommen. Versuchen sie herauszufinden, warum sie neidisch sind. Wenn sie z.B. neidisch sind, dass ihre Freundin einen tollen Job hat – dann sehen sie sich ihren Job an. Es gibt dann etwas, was ihre Freundin hat, was sie gerne hätten. Ist es ein besserer Job oder erzählt ihre Freundin von ihrem Erfolg und sie verschweigen ihren eigenen Erfolg oder ….? Das Gefühl Neid selbst ist nichts Schlechtes. Es ist nur ein Gefühl. Und wir können es nutzen um uns zu verstehen und bei Bedarf zu verändern, wenn wir es wollen.  

Sonntag, 29. Juni 2014

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet

Eine Leserin schrieb:
Ich habe vor drei Monaten einen neuen Job angenommen, da mir die Überstunden  in der alten Firma zu viel wurden. Ich hatte inzwischen täglich Überstunden und es gab aufgrund der Personalbesetzung keine Möglichkeit zur Veränderung. Nun fängt es in der neuen Firma schon wieder so an. Die Überstunden werden immer mehr und auch hier gibt es keine andere Möglichkeit. Bei meiner Arbeit ist es nicht egal ob sie heute oder morgen gemacht wird. Es sind termingebundene Projekte, die pünktlich abgewickelt werden müssen. Ich kann doch nicht schon wieder den Job wechseln und ich will auch nicht meine Arbeit liegen lassen, wodurch die Probleme eskalieren würden. Was kann ich tun?

Antwort:

Liebe Leserin, es gibt mehrere Möglichkeiten etwas zu verändern. Und nur eine davon ist den Job zu wechseln. Wenn wir die äußeren Umstände ändern ohne uns bewusst zu machen welchen Anteil wir an dem Problem hatten, ist es in der Regel eine Frage der Zeit bis sich die Probleme wiederholen. Sei es beim Wechsel eines Jobs oder einer Beziehung oder…. Daher sollten sie herausfinden, was sie tun oder nicht tun, dass es zu dauernden Überstunden kommt. Es besteht die Möglichkeit, dass sie nicht NEIN sagen können. Eventuell weil sie glauben, dass es ihnen nicht zusteht oder sie nehmen ihre Arbeit wichtiger als sich selbst. Oder sie haben Angst vor Auseinandersetzungen oder Konsequenzen. Wenn ihnen ihr Chef zu viel Arbeit gibt sagen sie ihm, dass es nicht möglich ist alle Aufgaben zu erledigen. Dann können sie gemeinsam überlegen welche der Aufgaben eventuell terminlich verschoben werden können und welche jemand anderes übernehmen kann. Achten sie auch auf ihre Gedanken. Sie werden ihnen einiges darüber verraten warum sie Überstunden machen obwohl sie es nicht wollen. Es sind nicht nur die Umstände, die sie dazu zwingen Überstunden zu machen, sondern vor allem ihre Vorstellungen, Erwartungen, Glaubenssätze und Ängste. Unabhängig davon achten sie darauf, dass sie ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht auf den neuen Job projizieren. Auch wenn es Parallelen gibt kann alles ganz anders sein. 

Sonntag, 18. Mai 2014

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet

Eine Leserin schrieb:
Es ist wie verhext; egal wie viel Geld ich habe, es bleibt nichts übrig. Das geht schon mein Leben lang so. Bisher war ich davon überzeugt, dass ich einfach nur zu wenig Geld zur Verfügung habe und daher nichts übrig bleibt. Nun habe ich seit einem Jahr einen Job in dem ich sehr gut verdiene und wieder schaffe ich es nicht einmal für den Urlaub zu sparen. Am Ende jeden Monats warte ich schon sehnsüchtig auf mein Gehalt. Wieso bekomme ich das nicht hin, obwohl ich es wirklich will.

Antwort:

Liebe Leserin, es lohnt sich immer auf  beiden Seiten zu gucken, Die eine Seite ist sachlich eine Rechnung aufzumachen in der sie ihre Fixkosten von ihrem Gehalt subtrahieren. Damit wissen sie, was ihnen zur Verfügung steht. Die andere Seite ist, dass uns diese Rechnung oft nur bedingt hilft. So wie die meisten Menschen sich nicht gesund ernähren, obwohl sie wissen was dafür zu tun wäre. Warum wir etwas tun obwohl wir wissen, dass es nicht gut für uns ist bzw. nicht tun obwohl wir wissen, dass es gut für uns wäre, hat individuelle Ursachen – die meisten dieser Ursachen sind uns nicht bewusst. So kann es sein, dass sie das nachleben, was sie evtl. von ihren Eltern gelernt haben. Menschen, die es für spießig halten, wenn man spart, werden unbewusst auch alles dafür tun, dass kein Geld übrig bleibt. Und wieder andere glauben vielleicht unbewusst es nicht zu verdienen, dass Geld übrig bleibt bzw. das damit verbundene Gefühl von Sicherheit. Wenn sie herausfinden, was sie blockiert, wird sich auch etwas verändern. 

PS: Falls sie Blockaden und Hintergründe zu ihrem Verhältnis zu Geld erfahren und lösen möchten: Am 31. Mai findet ein Aufstellungstag zu diesem Thema statt (siehe unten). 

Mittwoch, 16. Oktober 2013

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet

Eine Leserin schrieb:
Meine Mutter sprach immer von dem „Gesetz der Serie“; d.h. wenn ein Teil im Haushalt kaputt ging, gingen bald noch mehr Geräte kaputt. Ebenso wenn etwas im Leben schief läuft. So ist es gerade bei mir. Ich habe Ärger mit meinem Freund und bin nicht sicher, ob unsere Beziehung daran zerbricht. Ich habe Ärger mit meiner Chefin, die mich nur noch kritisiert, sodass ich am liebsten kündigen würde. Und passend zu dem Gesetz der Serie habe ich nun auch noch neue Nachbarn bekommen, die laut sind und mich nerven. Mir wächst das über den Kopf und der Gedanke alles hinzuschmeißen - einfach zu kündigen, die Beziehung zu beenden und umzuziehen - wird immer stärker. Ist das eine gute Lösung?
  
Antwort:

Liebe Leserin, es ist eine Lösung - erfahrungsgemäß allerdings eine, die nicht nachhaltig ist. Denn wir nehmen uns und unsere Ängste und Vorstellungen mit in den neuen Job, in die neue Beziehung und in die neue Wohnung. Es ist ein Unterschied, ob ich vom Alten „weglaufe“ oder in etwas Neues gehe. Weglaufen wollen wir vor allem, wenn wir uns ohnmächtig fühlen. Dieses Gefühl der Ohnmacht ist so unangenehm, dass wir fast alles tun würden, um es loszuwerden. Alles „hinzuschmeißen“ bringt uns aus der Ohnmacht und gibt das Gefühl etwas tun zu können. Daher ist es das, was uns als erstes einfällt, wenn wir keinen anderen Weg kennen um aus der Ohnmacht raus zu kommen. Es gibt andere Wege, die sich lohnen zu entdecken. Einer davon ist sich bewusst zu machen, dass es wirklich eine Lösung ist „alles hinzuschmeißen“. NICHT, dass sie es tun sollen, sondern sie nutzen den Gedanken als eine Art Notfalloption um aus dem Gefühl des „ich kann nichts machen“ rauszukommen. Besonders hilfreich ist es dann herauszufinden welche Erfahrungen, Erwartungen, Ängste und Sichtweisen ihre Wahrnehmung beeinflussen. Z.B. gibt es Menschen, die glauben, dass eine gute Beziehung keine Krisen hat und andere wiederum glauben, dass es Krisen auch in guten Beziehungen gibt. Beide nehmen dann die gleiche Krise anders wahr.

Dienstag, 9. Juli 2013

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Eine Leserin schrieb:
Vor einigen Monaten hat mich mein Freund verlassen und ich höre nicht auf an ihn zu denken. Es schwirren mir so viele Fragen durch meinen Kopf und sie drehen sich immer wieder im Kreis. Ich finde keine Antworten auf Fragen wie „Warum ist er gegangen?“, „Warum habe ich es nicht kommen sehen“, „soll ich versuchen ihn zurückzugewinnen oder lieber nicht?“, usw. Ich werde noch verrückt und schlafe schlecht und empfinde keine Freude bei dem, was mir normalerweise Spaß macht. Gibt es etwas, was mir helfen kann? 

Antwort:

Liebe Leserin, das was ihnen auf die Schnelle etwas Ruhe bringen kann, ist sich klar zu machen, dass dieser „Zustand“ NICHT für immer ist. Ob er noch Tage oder sogar Monate dauert, irgendwann ist er vorbei. Das, was diese Gefühle so unerträglich scheinen lassen ist unter anderem das Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit. Daher ist es nützlich, wenn sie etwas finden, was ihnen das Gefühl gibt etwas tun zu können und nicht mehr hilflos zu sein. Eine Möglichkeit ist sich klar zu machen, dass es auf ihre Fragen keine Antworten geben kann. Sie werden nie hundertprozentig wissen, warum ihr Freund gegangen ist. Nicht einmal wenn er es ihnen im Detail sagt. Denn dafür gibt es viel zu viele Motive die uns lenken ohne dass sie uns bewusst sind. Wenn sie es auch nicht beeinflussen können welche Fragen in ihrem Kopf schwirren, so können sie es beeinflussen ob sie nach Antworten suchen oder diese Frage ignorieren. Wir können immer nur das tun, was jetzt dran ist. Und nach einer Trennung geht es zuerst einmal darum den Schmerz anzunehmen und alle anderen Gefühle wie möglicherweise „sich nicht gut genug fühlen“,  Wut, … Wir können Gefühle wahrnehmen ohne etwas zu tun. 

Samstag, 27. April 2013

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet


Eine Leserin schrieb:
Ich bin 25 Jahre alt und habe so einige Kilos zu viel. Mein Übergewicht hat mich schon immer gestört, aber jetzt nervt es mich so richtig. Was ich auch versuche, ich schaffe es nicht abzunehmen. Theoretisch weiß ich, dass ich weniger und gesünder essen muss und mich mehr bewegen sollte. Aber aus irgendeinem Grund schaffe ich es nicht. Sie können mir glauben ich kenne alle Diäten und Weisheiten die es gibt zum Thema Abnehmen. Nun bin ich ratlos und weiß nicht, was ich noch tun kann!?

Antwort:
Liebe Leserin, ich gehe davon aus, dass sie beim Arzt waren und wir daher gesundheitliche körperliche Ursachen ausschließen können. Es gibt oft unbewusste Aspekte, die uns hindern ein Ziel zu erreichen. Es könnte z.B. sein, dass ihnen ihr Gewicht als Schutz dient. Eine meiner Klientinnen hatte (unbewusst) den Glaubenssatz, dass sie mit dem Übergewicht kein Mann attraktiv findet. Da sie große Angst hatte sich auf eine Beziehung einzulassen war es ihre (unbewusste) Strategie, mit dem Gewicht einer solchen Aufgabe aus dem Weg zu gehen. Eine andere Klientin hatte als Kind mitgehört wie ihr Onkel die Vergewaltigung ihrer Mutter mit den Worten kommentierte „das ist nur passiert weil sie so schön ist“. Um diese Erfahrung auszuschließen wollte die Klientin (unbewusst) nicht schön sein. Das erreichte sie indem sie ihr Gewicht so hoch hielt, dass sie sich selbst als unattraktiv wahrnahm. Finden sie heraus wofür ihnen ihr Gewicht dienen könnte.  Wenn sie es herausgefunden haben, habe sie mit großer Wahrscheinlichkeit aus scheinbar heiterem Himmel Lust mehr Sport zu machen oder sie essen weniger oder gesünder, was zur Gewichtsreduktion führt. Außerdem ist es hilfreich einen Weg zu finden um ihr Gewicht, so wie es jetzt ist, liebevoll anzunehmen. 


Wollen auch sie erkennen warum ihre Lebenssituation ist wie sie ist und was sie tun können um etwas zu veränder? - der nächste Workshop "weil du dein Leben selbsterschaffst, kannst du es auch verändern" findet Pfingsten statt. Mehr unter www.heikebehr.de. 
Melden sie sich an - telefonisch unter 030 85743438 oder 0175 5461954 oder per mail an mail@heikebehr.de. Ich freue mich auf sie!

Mittwoch, 27. März 2013

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet


Eine Leserin schrieb:
Ich habe einen Job, der zwar nicht schlecht ist, aber auch nicht richtig gut. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits möchte ich mehr und andererseits habe ich Angst vor einer Veränderung. Was ist, wenn ich mir einen neuen Job suche und der dann sogar schlechter ist als mein derzeitiger Job. Oder sie entlassen mich in der Probezeit aus irgendwelchen Gründen. Abgesehen davon wäre ich immer die letzte, die in das neue Unternehmen gekommen wäre und damit die erste, die gehen müsste. Was würden sie mir raten?


Antwort:
Liebe Leserin, die Frage ist vor allem warum sie etwas tun; unabhängig ob sie bleiben oder gehen. In jedem Job werden sie Momente oder sogar Phasen der Unzufriedenheit erleben. Diese Unzufriedenheit zeigt ihnen, dass etwas nicht stimmig ist. Entweder ist es etwas im Job oder etwas bei ihnen selbst. So kann ein Chef, der ihnen immer mehr Arbeit gibt eine Chance sein zu sich zu stehen und Grenzen zu setzen. Oder eine Arbeit, die langweilig ist kann ein Zeichen sein, dass es die falsche Arbeit ist oder auch nur die falsche Haltung zu der Aufgabe. Erfahrungsgemäß hilft es zuerst die Lösung bei sich selbst zu suchen. Holen sie sich bei Bedarf Unterstützung. Wenn sich dadurch im Job nichts ändert, haben sie etwas für sich selbst gelernt und es entsteht eine innere Klarheit, die ihnen die Entscheidung leicht macht – trotz aller möglichen Probleme, die entstehen könnten. 

Freitag, 1. März 2013

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Eine Leserin schrieb:
Ich lebe seit zwei Jahren in einer schönen Wohnung in der ich mich sehr wohl fühle. Nun möchte mein Freund mit mir zusammen ziehen. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll. Einerseits mag ich den Gedanken mit ihm zusammen zu leben. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob das gut geht. Meine Risikobereitschaft wäre größer, wenn ich dafür nicht meine Wohnung aufgeben müsste. Ich habe ein Schreckensszenario in meinem Kopf in dem wir zusammen ziehen und schon nach kurzer Zeit feststellen, dass es nicht klappt und dann habe ich dafür meine Wohnung aufgegeben, die unersetzlich ist. Wie komme ich nur aus diesem Gedankenkarussell raus und finde eine Entscheidung?


Antwort:
Liebe Leserin, ich würde ihnen jetzt gerne sagen ziehen sie mit ihm zusammen und es wird bestimmt alles gut. Aber das kann ich nicht. Es gibt keine Garantien und auch keine Checklisten mit denen man die ideale Lösung findet. Die bekannten Listen mit Pro und Contra sind aus meiner Sicht wenig hilfreich. Manchmal müssen wir etwas tun – ganz egal wie viel dagegen spricht – da wir es sonst ein Leben lang bereuen würden, wenn wir es nicht versucht hätten. Wenn das zusammen leben mit ihrem Freund dazu gehört, werden sie es auch nicht bereuen, selbst wenn es nicht von Dauer ist. Meine Erfahrung ist, dass wir genau wissen, was wir tun wollen. Es sind die Stimmen im Kopf, die uns von der Klarheit abhalten. Manchmal hilft diese einfache Übung. Atmen sie mehrmals tief ein und aus und stellen sich vor, dass die Stimmen im Kopf eine Horde schnatternder Kinder sind, denen sie so wenig wie möglich Beachtung schenken. Nach einiger Zeit werden sie wissen, was sie wollen und dann bleibt nur noch die Frage wann der richtige Zeitpunkt ist.

Montag, 11. Februar 2013

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Ein Leser schrieb:
Ich habe seit einiger Zeit eine Freundin, die ich wirklich liebe. Aber ihre Eifersucht ist unerträglich. Ich bin treu und daher gibt es auch keinen Grund für sie eifersüchtig zu sein. Ich vermeide schon Situationen, die sie eifersüchtig machen könnten. Aber das hilft auch nicht. Was kann ich tun noch tun, damit sie nicht mehr eifersüchtig ist?


Antwort:
Lieber Leser, es gibt unterschiedliche Perspektiven. Das eine ist ihr Verhalten, dass Auslöser der Eifersucht ihrer Freundin ist. Hierbei geht es um das, was sie tun. Aber auch das, was sie zwar nicht tun, aber fühlen oder denken. So wird eine sensible Partnerin in der Regel wahrnehmen, wenn sie sich zu einer anderen Frau hingezogen fühlen, auch wenn ihre Handlungen dafür keinen Anlass geben. In diesem Fall ist der erste Schritt die Ehrlichkeit zu sich selbst. Erlauben sie sich alle eigenen Facetten wahrzunehmen. Das zweite ist die Perspektive ihrer Freundin, die sie nur selbst lösen kann. Das dritte ist ihre Entscheidung, wie sie mit der Eifersucht ihrer Freundin umgehen. Eine Möglichkeit ist die Akzeptanz. Wenn ihnen dies im Moment nicht möglich ist, helfen Fragen wie „warum kann ich es nicht annehmen, wie es ist?“, „was assoziiere ich mit den Vorwürfen meiner Freundin?“. Finden sie heraus, was sie von der Akzeptanz abhält. Wenn sie es herausgefunden haben erlauben sie sich einen Moment die Sichtweise, dass ihre Wahrnehmung nicht DIE Wahrheit, sondern IHRE Wahrheit ist. Das stimmt sie Milde und erlaubt neue Horizonte. Viel Spaß beim Entdecken.

Freitag, 28. Dezember 2012

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Eine Leserin schrieb:
Das neue Jahr steht vor der Tür und auch ich möchte wie die meisten Menschen einiges in meinem Leben anders haben als es ist. Etwas zu verändern, was nur mit einem selbst zu tun hat, ist schon schwer genug – beispielsweise abnehmen oder mehr Sport treiben. Aber was mache ich mit den Wünschen, bei denen sozusagen Dritte involviert sind - wie beispielsweise der Partner, der mit so einigem nervt oder mein Wunsch nach einer Weltreise, den ich mir mit meinem Gehalt nie leisten kann?


Antwort:
Liebe Leserin, natürlich gibt es Menschen, deren Gesellschaft wir als unangenehm empfinden. Aber das führt nicht zwingend zu unerträglichen Empfindungen. Es liegt bei uns wie wir uns fühlen. Es sind unsere Erfahrungen, Sichtweisen, Erwartungen u.s.w., die unsere Wahrnehmung beeinflussen. Probieren sie es einfach einmal aus. Finden sie einen Weg, ihren Schwager verständnisvoll zu betrachten. Dabei kann es helfen sich bewusst zu machen, dass es auch Menschen gibt, die sie so wahrnehmen könnten, wie sie ihren Schwager. Beispielsweise Menschen, die wenig zu essen haben. Die würden ihre Probleme vermutlich ebenso verständnislos sehen wie sie die Probleme ihres Schwagers. Es zeigt wie relativ die Dinge sind. Es ist immer eine Frage der Perspektive. Falls das nicht ausreicht um verständnisvoll zu sein, denken sie sich eine Geschichte aus, die sein Verhalten für sie nachvollziehbar erklärt. Außerdem ist es wichtig sich bewusst zu machen, dass es Wege gibt für sich selbst zu sorgen. Wenn sie dann trotz aller Akzeptanz die Anwesenheit ihres Schwagers als unerträglich empfinden, suchen sie nach einem Weg, damit sie sich besser fühlen.  Ggf. einen anderen Platz oder einen anderen Raum. Ich wünsche ihnen viel Freude beim Ausprobieren.

Sonntag, 9. Dezember 2012

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Eine Leserin schrieb:
Weihnachten steht vor der Tür und obwohl ich Weihnachten liebe, graust es mir davor. Wie jedes Jahr Weihnachten treffe  ich am ersten Weihnachtstag die Verwandtschaft meines Mannes. Ich finde die gesamte Familie etwas anstrengend, aber es wäre alles halb so schlimm, wenn da nicht der Bruder meines Mannes wäre. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, dem der Erfolg zu Kopf gestiegen ist. Ihn beschäftigt vor allem wie er noch reicher werden kann und die PS Zahl seines Autos. Das ist für mich kaum zu ertragen. Da ich meinem Mann zu Liebe auch dieses Jahr zu seiner Verwandtschaft mitkomme, stellt sich mir die Frage was ich tun kann, um den Tag bestmöglich zu überstehen.


Antwort:
Liebe Leserin, natürlich gibt es Menschen, deren Gesellschaft wir als unangenehm empfinden. Aber das führt nicht zwingend zu unerträglichen Empfindungen. Es liegt bei uns wie wir uns fühlen. Es sind unsere Sichtweisen, Erwartungen u.s.w., die unsere Wahrnehmung beeinflussen. Probieren sie es einfach einmal aus. Finden sie einen Weg, ihren Schwager verständnisvoll zu betrachten. Dabei kann es helfen sich bewusst zu machen, dass es auch Menschen gibt, die sie so wahrnehmen könnten, wie sie ihren Schwager. Beispielsweise Menschen, die wenig zu essen haben. Die würden ihre Probleme vermutlich ebenso verständnislos sehen wie sie die Probleme ihres Schwagers. Es zeigt wie relativ die Dinge sind. Es ist immer eine Frage der Perspektive. Falls das nicht ausreicht um verständnisvoll zu sein, denken sie sich eine Geschichte aus, die sein Verhalten für sie nachvollziehbar erklärt. Außerdem ist es wichtig sich bewusst zu machen, dass es Wege gibt für sich selbst zu sorgen. Wenn sie dann trotz aller Akzeptanz die Anwesenheit ihres Schwagers als unerträglich empfinden, suchen sie nach einem Weg, damit sie sich besser fühlen.  Ggf. einen anderen Platz oder einen anderen Raum. Ich wünsche ihnen viel Freude beim Ausprobieren und ein frohes Fest.

Freitag, 28. September 2012

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet



Eine Leserin schrieb:
Ich möchte abnehmen und schaffe es nicht. Ich habe so viele Diäten probiert. Einige haben überhaupt keine Wirkung gehabt und manche haben zumindest kurzfristig zum Erfolg geführt. Aber auch dann hatte ich nach einer Weile mein altes Gewicht zurück. Natürlich hatte ich auch schon vorher von diesem Jo-Jo-Effekt gelesen, aber nun kenne ich ihn aus eigener Erfahrung. Ich schaffe es nicht konsequent wenig zu essen und Sport zu treiben, um mein Gewicht dauerhaft zu verändern. Ich weiß nicht, was ich tun kann.

Antwort:
Liebe Leserin, es scheitert oft nicht an mangelndem Wissen, wenn wir unsere Ziele nicht erreichen. So wissen sie, dass weniger Essen und mehr Sport für ihr Ziel abzunehmen hilfreich sind. Wenn wir Disziplin anwenden um ein Ziel zu erreichen, so können wir eine Zeitlang durchhalten. Aber nach einer Weile der Disziplin verlieren wir die Lust oder ein unangenehmes Ereignis bringt uns dazu in alte Gewohnheiten zu verfallen. Langfristig ist es also am wirksamsten, wenn sie die Hintergründe für ihr Gewicht erkennen. So gibt es Menschen, die Übergewicht haben um sich zu schützen – z.B. vor Gefühlen oder vor etwas, was sie mit schlank sein verbinden. Nehmen sie sich etwas Zeit und fragen sie sich: „wenn es einen Nutzen für mich gibt mein Gewicht zu haben, was wäre das?“. Das können sie noch unterstützen indem sie die Augen schließen und sich selbst mit ihrem Wunschgewicht vorstellen. Wie fühlt sich das an? Gibt es Stimmen, die dagegen sprechen?