Sonntag, 29. Juni 2014

KOLUMNE - Sie fragen ... Heike Behr antwortet

Eine Leserin schrieb:
Ich habe vor drei Monaten einen neuen Job angenommen, da mir die Überstunden  in der alten Firma zu viel wurden. Ich hatte inzwischen täglich Überstunden und es gab aufgrund der Personalbesetzung keine Möglichkeit zur Veränderung. Nun fängt es in der neuen Firma schon wieder so an. Die Überstunden werden immer mehr und auch hier gibt es keine andere Möglichkeit. Bei meiner Arbeit ist es nicht egal ob sie heute oder morgen gemacht wird. Es sind termingebundene Projekte, die pünktlich abgewickelt werden müssen. Ich kann doch nicht schon wieder den Job wechseln und ich will auch nicht meine Arbeit liegen lassen, wodurch die Probleme eskalieren würden. Was kann ich tun?

Antwort:

Liebe Leserin, es gibt mehrere Möglichkeiten etwas zu verändern. Und nur eine davon ist den Job zu wechseln. Wenn wir die äußeren Umstände ändern ohne uns bewusst zu machen welchen Anteil wir an dem Problem hatten, ist es in der Regel eine Frage der Zeit bis sich die Probleme wiederholen. Sei es beim Wechsel eines Jobs oder einer Beziehung oder…. Daher sollten sie herausfinden, was sie tun oder nicht tun, dass es zu dauernden Überstunden kommt. Es besteht die Möglichkeit, dass sie nicht NEIN sagen können. Eventuell weil sie glauben, dass es ihnen nicht zusteht oder sie nehmen ihre Arbeit wichtiger als sich selbst. Oder sie haben Angst vor Auseinandersetzungen oder Konsequenzen. Wenn ihnen ihr Chef zu viel Arbeit gibt sagen sie ihm, dass es nicht möglich ist alle Aufgaben zu erledigen. Dann können sie gemeinsam überlegen welche der Aufgaben eventuell terminlich verschoben werden können und welche jemand anderes übernehmen kann. Achten sie auch auf ihre Gedanken. Sie werden ihnen einiges darüber verraten warum sie Überstunden machen obwohl sie es nicht wollen. Es sind nicht nur die Umstände, die sie dazu zwingen Überstunden zu machen, sondern vor allem ihre Vorstellungen, Erwartungen, Glaubenssätze und Ängste. Unabhängig davon achten sie darauf, dass sie ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht auf den neuen Job projizieren. Auch wenn es Parallelen gibt kann alles ganz anders sein.